Geographisch liegt Zeihen genau in der Mitte zwischen Zürich und Basel im aargauischen Fricktal. Die Bözbergbahnlinie tangiert das Unterdorf, während die N3 (Frick-Birrfeld) rund 2 km am Dorfkern vorbeiführt. Der Autobahnhalbanschluss Effingen - Auffahrt und Abfahrt Richtung Zürich - ist in 2 Minuten erreichbar. Der Anschluss Richtung Basel ist in knapp 7 Autominuten in Frick entfernt. Gute Strassenverbindungen bestehen nach Herznach, Hornussen und Effingen. Mit der Postautobuslinie Effingen-Zeihen-Herznach (Querspange zur Staffelegg- und Bözberglinie) ist Zeihen sehr gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen.

Vom Tafel- zum Kettenjura

Der Kettenjura wirkt sich bis heute als Verkehrshindernis aus. Nur eine Naturstrasse führt von Oberzeihen durch die Killholzer Klus nach Thalheim ins Mittelland. Dank dieser natürlichen Barriere wird Zeihen vom regionalen Durchgangsverkehr weitgehend verschont. Eingebettet zwischen ausgedehnten Tafeljuraflächen und dem Höhenzug des Faltenjuras liegt das Dorf Zeihen zu oberst im Fricktal.

Luftaufnahme von Zeihen

Der Gemeindebann reicht von den aussichtsreichen Höhen des Kettenjuras (Homberg, 783 m und Ibergfluh, 717 m) über bewaldete Bergflanken, ackerbaulich genutzte Flächen des Tafeljuras und obstbestandene Wiesen hinunter in die beiden Tälchen der Sisseln und des Zeiher Dorfbachs. Neben dem Hauptdorf Niederzeihen bilden der Dorfteil Oberzeihen, der Weiler Eichwald und die Hofgruppen im Schlatt und Iberg eigenständige kleine Lebensgemeinschaften.

Die Gemeinde Zeihen liegt inmitten schönster Natur. In und um Zeihen lässt sich gut spazieren und wandern. Besonders empfehlenswert ist der Aufstieg auf den Zeiher Homberg, ehemaliger Sitz einer Berner Hochwacht. Von dort hat man einen herrlichen Blick über den Tafeljura und das Fricktal in Richtung Schwarzwald/Hotzenwald. Bei klarem Wetter sind sogar in der Ferne die Vogesen sichtbar. Der Homberg gilt als schönster Aussichtspunkt des Fricktals.

Geschichte

In Zeihen sind Spuren menschlicher Siedlungstätigkeit aus römischer und frühmittelalterlicher Zeit nachweisbar. Funde: Römischer Gewerbebau im Gebiet Hohbächli-Stauftel (Ausgrabung im Jahre 2002), Alemannengrab mit Bestattungsbeigaben aus dem 7. Jahrhundert (Funde im Vindonissamuseum in Brugg). Im Mittelalter hatte das Klosterstift Säckingen umfangreiche Güter in Zeihen. Ebenfalls Grundbesitzungen hatten die von Effinger (Kleinadelsgeschlecht Schloss Wildegg und Stadt Brugg).


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Ausgrabung des römischen Gewerbebaues im Gebiet Stauftel-Hohbächli durch die Kantonsarchälogie im Jahre 2008.
 

Landwirtschaft und teilweise auch Eisenerzgewinnung (Bohnerzabbau im Gebiet Sommerhalde) bildeten im Spätmittelalter bis weit in die Neuzeit die wirtschaftliche Grundlage der Dorfbevölkerung. Ende des 15. Jahrhunderts und anfangs des 16. Jahrhunderts bemächtigten sich die Berner den Herrschaften links der Aare bis über die Juraübergänge. So besetzten sie auch 1460 die Herrschaft Schenkenberg im Zuge des Thurgaufeldzuges gewaltsam. Zeihen wurde somit zum Grenzort und gehörte bis 1801 zu Vorderösterreich. Es durchlitt wie das übrige Fricktal die harten Zeiten des Dreissigjährigen Krieges von 1618 - 1648. Bei der Gründung des Kantons Aargau (1803) zählte Niederzeihen 266 Einwohner und Oberzeihen, das noch zur politischen Gemeinde Herznach gehörte, rund 50 Einwohner. Nach jahrelangen, harten Verhandlungen vereinigten sich die beiden Dörfchen 1853 zu einer politischen Gemeinde. Grosse wirtschaftliche und soziale Veränderungen brachte der Bau der Eisenbahnlinie durch den Bözberg (1870-1875).

Durch die leistungsfähige Bahn fielen die Verdienstmöglichkeiten im traditionellen Fuhrdienst weg. Dies stürzte das Dorf in eine eigentliche Krise, was sich auch im Rückgang der Bevölkerungszahl bis nach 1900 ausdrückte.

"Oh heie, vo Zeihe, kei Räbe, kei Wy"

ist kein alter Spruch, denn bis zum 1. Weltkrieg wurden auf einer Fläche von über 34 ha von 150 Weinbauern jährlich bis 900 hl Rebsaft gewonnen. Doch verschiedene Rebkrankheiten bewirkten einen raschen Rückgang des Weinbaues. Heute finden sich in Zeihen nur noch wenige, liebhabermässig gepflegte Rebstöcke in Hausgärten.

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